Liebe Lotte,

jetzt kennst Du die Insel Reichenau viel besser als ich. Ihre Schönheit hatte ich mir aber im Gedächtnis behalten, sonst hätte ich Dir diese Anregung nicht geben können.
Danke für die teilweise wunderhübschen Bilder.

 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle Erlebnisse in dieser Zeit positive Entwicklungsschritte für Dich sein werden.

Liebe Grüße, Michael emoticones

Ja, es waren allesamt positive und wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse, die mich weiterbrachten und mir zu mehr Klarheit verhalfen. Zudem übte ich mich darin, genauer hinzuschauen, Dinge zu hinterfragen, sie neu zu sortieren und mich tiefergehenden Gedanken zu öffnen. Gedanken, die auch Lügen und Selbstlügen aufdecken konnten.

 

Ich schrieb Michael vieles, etwas hatte ich jedoch nicht mit ihm geteilt. 

Es war ein Nachmittag am Hafen. Schiffe legten an, Menschen kamen und gingen – es herrschte viel Trubel. Mittendrin saß ich auf einer der Bänke, beobachtete die Szenerie um mich herum und war tieftraurig. Nach einer Weile gestand ich mir auch den Grund ein: Ich hatte mir gewünscht - und tatsächlich im hintersten meiner Innenwinkel auch erhofft - Michael hier auf der Insel zu treffen.

Natürlich war das ein unsinniger Wunsch. Wir hatten kein Treffen verabredet, hatten nicht einmal ansatzweise dazu geschrieben. Es stand noch nie die Möglichkeit eines Treffens auch nur zur Debatte.

Zudem hatte Michael vor Wochen schon geschrieben, dass er mir zwar beim Lösen meiner Probleme sehr gerne helfe, so gut es ihm eben möglich sei, dass aber klar sein müsse: Er könne nicht die Lösung meiner Probleme sein! Er spürte und ahnte wohl damals schon, welche Gefühle und Wünsche sich in mir zu regen begannen. Ebenso spürte und wusste ich, dass er keine ähnlichen Wünsche und Gefühle mir gegenüber empfand.

Ich verstand ihn und gab ihm auch recht. Mein Verstand gab ihm recht und wusste all das. Hier nun aber, am Hafen sitzend, erkannte ich, dass ich in einem stillen Winkel in mir und wider jeglicher Vernunft dennoch darauf gewartet und gehofft hatte, er würde plötzlich vor mir stehen und sagen: „Hallo Lotte, hier bin ich“. Wo er mich finden würde, wusste er ja. Dass dies nicht geschehen würde, hatte nun wirklich auch der hinterste meiner Winkel begriffen.

 

Von all dem schrieb ich Michael nicht. Ich wusste, spürte, das musste ich für mich alleine zurechtrücken. Auch, um unsere Beziehung nicht unnötig zu beschweren. Und eine Beziehung war es tatsächlich inzwischen geworden; für mich eine sehr besondere.

 Lieber Michael,

 

ich bin mit Gedanken und Gefühl noch immer bei den Liebesnächten.

Gestern Abend las ich wieder einmal in dem Buch "nette Frauen tun es"; dort schreibt die Autorin unter anderem, dass eine Frau erst einmal üben und lernen sollte, sich (wieder) als erotisch-sinnliches Wesen zu fühlen. Grundsätzlich, und nicht nur in Liebes-Nächten.
Das ist für mich schwierig nachzuvollziehen. Ich weiß natürlich, dass sich frau manchmal auch einfach so "sinnlich" empfinden kann. Aber dies für sich zu lernen oder gar zu üben … das kann ich mir nicht so gut vorstellen.

Du schriebst vor Tagen:

 

Umgekehrt ist es so, dass es auch für ein Männchen, das sich wie geschildert verhält, keine Garantie dafür gibt, dass sich Liebesnächte entwickeln (manche frühen und schlechten Erfahrungen können nur schwer gelöscht werden), aber die Wahrscheinlichkeit, dass es gelingt, ist hoch.

 

Und gestern dann:

 

Weibchen dürfen sich eben fallen lassen und dürfen ihre fast unendlichen Lustfähigkeiten genießen.

 

Das klingt, als müsse frau nicht wirklich viel "tun" smile, sondern einfach nur annehmen und genießen.
Dann liegt es also schon sehr am Männchen, ob sich das Weibchen ganz darauf einlassen will und auch kann – selbst dann, wenn sie, wegen früherer, nicht so prickelnder Erfahrungen, etwas weniger gute Voraussetzungen mit bringt?

 

Sensible Männchen werden die Lust ihres Weibchens mitgenießen. Dabei muss sich das Männchen immer an einer (Erregungs-)Grenze bewegen;

 

Das klingt anstrengend smile.
Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es auch für ein Männchen schön sein kann, wenn es sich mal auf ein solches Fest der Liebe einlässt. Da ist doch dann auch für ihn sehr viel mehr als "nur" diese körperliche Befriedigung (des Männchens) dabei – also auch Lachen, Freude, und eben andere Arten von "Lust".  

Wenn dann doch mal beim Männchen die Erregungs-Grenze überschritten ist, dann schreibst Du von Pausen, reden (ohne Tabus; aber sicher sind da nicht alle Themen tauglich), essen, lachen, all das...

aber Du schriebst auch, dass Männchen "danach" müde und schlapp werden smile.

Davon habe ich auch schon gelesen. Scheinbar werden beim Männchen "danach" Stoffe ausgeschüttet, die dieselbe Wirkung wie Valium haben sollen. Dort stand, deswegen würden sie nach dem Sex auch so gut (und meist sofort) einschlafen. cool

Ich rekapituliere einmal:   

Wenn Zwei eine wirklich gute Beziehung leben oder haben wollen, egal für wie lange und ob zusammen- oder getrenntlebend, dann gehören für ein Weibchen solche Liebes-Nächte dazu, um sich in der Beziehung rundum wohl fühlen zu können.
Einem Männchen würde "Geschlechtsverkehr" genügen, um sich in der Beziehung auch auf Dauer wohl zu fühlen, einfach weil er damit voll befriedigt ist. Es geht also nahezu ausschließlich um das Weibchen, wegen dieses 9/10 smile-5 , um ihr Wohlfühlen und ihre Lust-Befriedigung. Sie "braucht" und empfindet einfach von Natur aus sehr viel mehr – oder anders - als das Männchen.

Ganz viele liebe Grüße emoticones
Lotte

Liebe Lotte,


ich glaube nicht, dass Du sinnlich-sein üben musst. Deine Fotos, die Du von Dir machtest, wirken nicht so. Du wirkst nicht so. Das hatte ich Dir vor Tagen schon geschrieben.  


Ein Weibchen muss in der Tat nicht so viel TUN; sie muss das Gefühl haben, sich auf ihr Gegenüber voll einlassen zu können. Das Wort „hingeben“ hat inzwischen einen etwas verstaubten Klang – falsch ist es aber nicht. Deshalb ist ihre richtige Wahl von großer Bedeutung – frau gibt sich nicht wahllos hin! smile


Das Männchen muss aber wissen, was er TUT. Es können sich nicht zwei nur hingeben. Die schlafen dann mangels Aktivitäten ein. biggrin
Zum Beispiel: Ein Weibchen genießt jede Form von Gestreichelt-Werden, ein Männchen streichelt gerne den weiblichen Körper. Auf der Basis ergänzen sie sich.


Alle fernöstliche Liebeskunst besteht darin, dass das Männchen zu Ausdauer in der Lage ist – die Verrenkungen des Kamasutra sind kein Wesensbestandteil.
Das kann in gewisser Weise „anstrengend“ sein; weibliche Lusttöne können aber sehr belohnend wirken. Irgendwelche weiteren Details beschreiben zu wollen, ist sinnlos, jede Liebesnacht entwickelt sich aus sich heraus. Lustbesoffen wissen im Nachhinein die Beteiligten auch gar nicht mehr so genau, was sie alles getan haben.

 

Liebe Grüße, Michael emoticones

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