in sich einigermaßen zu ruhen, wäre ein sehr wichtiges Ziel.

 

Ja, das glaube ich auch lieber Michael. 
Aber im Grunde ist mir nicht klar, was das konkret bedeutet, wie es sich anfühlt, und vor allem weiß ich nicht, wie man es hinbekommt.

Du hast genau getroffen und verstanden, was ich versuchte zu beschreiben und versuche zu finden. Diese innere Sicherheit, die innere Freiheit, die man eben überallhin mitnimmt, weil sie in einem sitzt.


Was Du von Dir schreibst, wie Du alles öfters einfach hinter Dir gelassen hast, ganz neu angefangen hast - und auch dass Du Dich über und auf alle Veränderungen, die auf Dich zukamen, freutest - eine heimliche Lust dabei verspürtest smile , das finde ich so klasse! Das wünschte ich mir auch. Doch dafür braucht es Klarheit und eine echte innere Stärke und Sicherheit. All das meine ich bei Dir sehr stark zu spüren. Du hast all das, ansonsten wäre doch diese heimliche Lust von einer großen Angst zugeschüttet worden. Oder Du hättest die Lust zwar gespürt aber es nicht gewagt sie zu leben.

Ich frage mich schon länger, ob das etwas ist, dass man "mitbringt", oder ob es erlernbar ist. Ist es etwas, wofür es eine "Löwin" braucht oder kann das auch ein Kätzchen leben. 

Ich spüre, fühle und träume es immer wieder, früher schon und jetzt wieder ganz stark, dass diese Art zu leben Sehnsucht in mir weckt. Eine große Sehnsucht, die ich nicht verstehe und von der ich auch das Gefühl habe, sie ist mir ein paar Nummern zu groß.

Und da sind dann diese starken Gegengefühle wie eben Angst. Nicht nur vor der Unsicherheit, oder dem materiellen Aspekt, sondern auch Angst und Unbehagen vor diesen echten und puren "Alleine-Gefühlen". Dieser ganz speziellen „Einsamkeit“. Diese Art Freiheit bedeutet ja auch allein zu sein; selbst wenn man Freunde hat. Es ist mir nicht ganz klar, ich fühle es eher, aber Du weißt das sicher so viel besser als ich, denn Du lebst es, während ich es mir nur ersehne und davon träume.

 

          Ein Test für Dich wäre, wenn Du Dir den Reichenau-Insel-Urlaub ohne die  Nabelschnur zu mir

          vorstelltest smile und dann Deine Gefühle über Freiheit auf den  Prüfstand stelltest. Ich glaube, dass Du von

          einem Ruhen in Dir noch ein gutes Stück entfernt bist.

 

Oh, das ist ein Punkt …
Ich versuche schon länger besser auszuleuchten, was genau es mit der Nabelschnur zu Dir auf sich hat.
Was die Reise betrifft ist mir aber klar: Von einer "Alleine-Reise" kann nicht die Rede sein.

Als ich keinen Empfang hatte, oder als das Laptop kurz versagte und ich dachte, ich müsse nun die restlichen Tage ohne auskommen - was ja nichts anderes bedeutete als ohne Kontakt zu Dir auskommen zu sollen – da war ein allererster und ganz kurzer Gedanke, nach Hause zu meinem "festen PC" zu fahren! Dieser Impuls verschwand ganz schnell wieder und ich hätte das nie getan; doch ich denke, alleine dieser Impuls ist schon sehr vielsagend. Also ist Deine Frage sehr schnell beantwortet: Vom Gefühl der Freiheit bliebe nicht viel übrig; wirklich gar nicht viel.
Aber ich meine, Du weißt das schon.

Wie kann ich das lernen? Kann ich es überhaupt? Oder mache ich mir hier etwas vor? Wenn es doch die allermeisten Menschen nicht können, warum sollte das dann ausgerechnet mir gelingen?
Warum aber fühlt es sich so gut an, wenn ich es fühle - aber dann wieder so beängstigend, wenn ich darüber ernsthaft nachdenke?

Jetzt wollte ich es heute wirklich mal kürzer machen und Dir keine ellenlange PN schicken augenroll. Dies ist nun das Ergebnis.biggrin

Viele liebe Grüße emoticones
Lotte

Liebe Lotte,

in sich ruhen; gemeint ist in diesem Zusammenhang jene Ruhe, die aus Kraft entspringt!
Und es ist Kraft, die Sicherheit gibt.
Das ist ähnlich jenem Bild, das die Mitte (mittig sein) als anzustrebendes Ziel benennt.


Was man/frau dafür als Voraussetzungen mitbringen muss und was darüber hinaus erlernt und gepflegt werden kann, ist unbeantwortbar. Es ist die gleiche uralte Frage (bis in Schulsysteme hinein), ob Talent oder beharrlicher Fleiß wichtiger seien.


Die Praxis zeigt uns aber, dass für bestimmte Leistungen sehr wohl bestimmte Voraussetzungen vorhanden sein müssen. Der Idealfall ist Talent, kombiniert mit Umsetzungsfleiß. Am einfachsten sieht man das an Beispielen aus dem Sport. Wer kein „Ball-Gefühl“ mitbringt, wird in keiner Sportart mit Bällen Erfolg haben – egal wie viel er/sie trainiert.


Auch Vergleiche mit Tieren können zum Nachdenken anregen.
Löwinnen reißen Büffel, Kätzchen müssen sich mit Mäusen begnügen. smile Ein Tier kann aus seiner Rolle nicht heraus. Menschen schon – wenigstens ein bisschen. smile Der „Löwen-Mut“, den manche Weibchen aufbringen, wenn es um ihre Kinder geht, ist ein Beispiel.


Welche Kräfte jemand für ein bestimmtes Lebens-Projekt aufbringen kann, ist von außen kaum zu beurteilen, selbst wenn man viele Details kennt. Der innere Kraft-Reaktor-Kern ist nicht einzusehen. Deshalb muss jede(r) für sich einschätzen und entscheiden, wie viele Kräfte, womöglich auch Reserven, in schwierigen Situationen aktiviert werden können.

Für viele Menschen kommt Sicherheit nicht aus Kraft, sie kommt häufiger von Partnern, einem Heim, dem Umfeld und Freunden. Bei unbefriedigenden Beziehungen wird deshalb meistens eher der Partner ausgetauscht.

Vor Schritten in eine Freiheit mit unbekannten Zielen, scheuen sich viele zu Recht; schnell kann sich Einsamkeit wie ständiges November-Nieseln über die Seele legen.
Selbst wenn Freiheit ein Bedürfnis ist, man/frau muss sie aushalten können.

 

Unabdingbar sind Perspektiven und Ziele und ein starker Wille, sie erreichen zu können und zu wollen.

Liebe Grüße, Michael emoticones

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