Du fragst, für wen ich konkret da-sein möchte. Selbstverständlich für meine Familie, für die Menschen, die ich liebe. Aber auch für die, die ich mag und dann noch für alle die Menschen um mich herum, denen es hilft und guttut, wenn ich für sie "da bin".

 

Liebe Lotte, so vage würde ich das für mich nie formulieren. In meinen Ohren klingt so etwas auch hart an der Grenze zur Floskel. Ist jetzt nicht böse Dir gegenüber gemeint, weil ich ja weiß, dass Du es ernst meinst smile.

Ich unterscheide:

 

Für manche Menschen bin ich da, weil es eine Art Pflicht ist (meistens Familienangehörige). Und da entscheide ich jedes einzelne Mal und unterschiedlich, wie weit meine Pflicht (manchmal auch der freiwillige Einsatz) gehen kann oder muss (jede Person kann ich namentlich benennen).

Für manch andere bin ich gerne da. Weil mir ihr Sosein Freude bereitet und umgekehrt (auch die könnte ich genau aufzählen).

Für einige bin ich da, weil eine Situation es erfordert.
Das ist meine Version von "Altruismus". Ich stehle mich nicht davon, sondern stelle mich.

Aber in aller Deutlichkeit: Die alte Dame hätte ich mir eine Weile angehört und dann nicht wieder! Für die negative Energie, die sie über Dich ausgießt, brauchst Du drei Tage Erholung. Du hilfst ihr nicht, weil ihr so nicht zu helfen ist, aber sie zieht Dich weit herunter.

Das mag hart klingen, ist aber nichts als purer Selbstschutz. Mag sein, dass Heilige das können. Aber das Thema hatten wir schon mal. smile

Liebe Grüße, Michael emoticones

Lieber Michael,

es stimmt, das ist von mir sehr vage formuliert. Und ich verstehe, wie Du es meinst.
Wie Du das für Dich unterscheidest… Du hast eine völlig andere Art alles anzugehen als ich das tue! Nie wäre ich darauf gekommen, das so zu formulieren; auch nicht, überhaupt so strikt zu trennen.

Es gibt natürlich Menschen, für die ich sehr gerne da bin, bei denen es mir auch Freude macht, und es gibt auch für mich diese Unterscheidungen, die Du beschreibst. Aber nur für mich, in mir, viel mehr vage und auch ohne dass diese große Auswirkungen auf meine tatsächlichen Handlungen haben.

 

Deine Sichtweise und deine Art zu handeln finde ich sehr interessant. Was mir daran schon beim Lesen gefällt, ist die völlige Kontrolle, die Du dabei hast. Ein wenig mehr Kontrolle hatte ich mir schon ab und zu mal gewünscht.


Wie aber soll ich z.B. dieser alten Dame meine "Ohren" verweigern? Ich weiß, dass es mich viel kostet, und nachdem ich bei ihr war, brauche ich lange, um mich wieder zu erholen. Das hatte ich auch damit gemeint, als ich Dir schrieb, dass es sich oft nicht miteinander verbinden lässt, für andere da zu sein und nach mir zu schauen.

Ich will doch keine Heilige sein, Michael. Aber wie sagt man "nein" zu einem Menschen, dem es so schlecht geht, der so leidet und - wenn auch ohne Worte – so um Zuwendung bittet? Ich kann das nicht!

 

Einen ganz lieben Gruß und eine gute Nacht  emoticones

Lotte

Liebe Lotte,

 

ich bin für Dich froh, Deinen konventionellen Panzer ein wenig angeknackst zu haben smile.
Du bist die bei weitem wichtigste Person - für Dich!
Auch wenn Du Dir mit dieser Erkenntnis noch ein wenig schwer tust.


Liebe Gute-Nacht-Grüße, Michael emoticones

Lieber Michael,

 

 im Prinzip weiß ich, was "konventionell" bedeutet.smile  Da ich aber auch weiß, dass Du stets sehr genau und wohl durchdacht formulierst, habe ich die Wortbedeutung noch einmal nachgelesen.biggrin

Meine Frage ist nun: Habe ich etwas festgehalten was schon überholt war/ist oder war es von vornherein falsch?

Ich bin für mich die wichtigste Person in meinem Leben – Du weißt wie das klingt?
Überall ist zu hören und zu lesen, man solle weniger an sich denken. "Wahres Glück findet sich in der Selbstlosigkeit" – wie oft habe ich solche Sätze gelesen. In jeder Religion finden sie sich. Habe ich das falsch interpretiert?

Du schriebst:

              

               Mein Leben ist ein großes Projekt der Entwicklung.
                                         ...

               Ich arbeite mit Leidenschaft und Liebe an mir

 

Das klingt richtig gut für mich!

 

Heute Nacht hatte ich einen verrückten Traum:

Ich war ganz allein, und um mich herum existierte nichts.

Das Einzige, was ich hatte, war ein kleiner „Ballon", etwa so groß wie ein Tennisball. Der aber war gefüllt mit allem, was es zum "Leben" braucht. Diese Blase habe ich dann benutzt, sollte ich benutzen, um all das draus zu machen und "sich entwickeln zu lassen" was eine richtige und schöne Welt so ausmacht.


Ich fühle schon, dass bisher etwas ziemlich verkehrt lief. Nur weiß ich nicht, wie ich das alles ändern soll; Ich weiß nicht, was ich anders machen soll und könnte.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag  emoticones

Einen ganz lieben Gruß von Lotte

Liebe Lotte,

"Wahres Glück findet sich in der Selbstlosigkeit" - das ist eine Sicht, die gerne vermittelt wird und die ich deshalb als konventionell bezeichnet habe.
Aber selbst in der Bibel heißt es: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! smile
Den Nächsten wie sich selbst zu lieben ist bereits eine gewaltige Herausforderung.

Den Nächsten mehr zu lieben als sich selbst, ist Überforderung.

 

Ich fühle schon, dass bisher etwas ziemlich verkehrt lief. Nur weiß ich nicht, wie ich das alles ändern soll; Ich weiß nicht, was ich anders machen soll und könnte.  

 

Zuerst steht immer eine Erkenntnis und erst wenn die steht, kann man an eine Veränderung denken.

 

Liebe Grüße, Michael  emoticones

 

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